Zurücksetzen ist überlebenswichtig...
Geschrieben von Manfred Siedler, Leitung Aqua-Globe Projekt am 09.12.2005 um 13:59
Zurücksetzen ist überlebenswichtig. Nicht nur für unsere Fischbestände, sondern sichert das Überleben ganzer Arten. Amerikanische Biologen haben festgestellt, dass das Wegfangen kapitaler Fische genetisch ein Eigentor ist.Die Tiere einer bestimmten Art werden dadurch nämlich im Laufe der Generationen immer kleiner. (Artikel lesen)

Die Studien ergaben, dass gerade die größten Fische einer Art auch die wichtigste Rolle bei der Fortpflanzung spielen. Ein Roter Schnapper, ein begehrter Speisefisch, der 60 Zentimeter lang ist, produziert etwas mehr als 200mal so viele Eier wie ein Schnapper-Weibchen, das nur 40 Zentimeter misst. Doch das ist nicht alles: Die Eier und Larven von alten und größeren Drachenköpfen zum Beispiel sind nicht nur größer, sie wachsen auch dreimal schneller als Artgenossen von kleineren Weibchen.
Zudem können sie ohne Futter weit länger überleben. Diese hier genannten Fakten beziehen sich jedoch nicht nur auf die genannten Arten, sondern sind universell portierbar.

Diese Ergebnisse wurden mehrfach und unabhängig voneinander auch von anderen Forschungseinrichtungen gemacht, wie mir Dr. R. Froese vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IfM-GEOMAR) in Kiel bestätigte.

Schon allein aus diesem Grunde ist ein C&R für unsere Fischbestände und ausgewogene Populationen der verschiednen Arten in unseren Gewässern unerlässlich.

Deshalb plädiert auch das Aqua-Globe Projekt für die Einführung von nach Art und Bestand abhängigen Entnahme-Fenstern, und das Zurücksetzen von untermäßigen Jung-, aber auch „übermaßigen“ Laichfischen und unterstützt die Catch & Release Idee voll und ganz.

Manfred Siedler
Leitung Aqua-Globe Projekt



Bericht von http://www.catch-release.de